Die Woche der unabhängigen Buchhandlungen
Leseempfehlungen unserer Partnerbuchhändler:innen
Vom 31. Oktober bis zum 7. November feiern wir auch in diesem Jahr wieder die Woche der unabhängigen Buchhandlungen. Inhabergeführte Buchhandlungen sind ein unverzichtbarer Teil unserer Gemeinschaft. Sie tragen zum wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben in ihrer Region bei. Wir freuen uns daher sehr, dass über 100 Partnerbuchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unsere Buchgemeinschaft erlebbar machen. Unsere Partnerbuchhändler:innen beraten unsere Mitglieder mit Expertise und laden zum Stöbern und Entdecken ein.
Anlässlich der diesjährigen Woche der unabhängigen Buchhandlungen haben wir hier eine Reihe von Leseempfehlungen unserer Partnerbuchhändler:innen zusammengestellt. Lassen Sie sich inspirieren und schauen Sie doch demnächst in einer der Buchhandlungen vorbei!


Mein Lieblingsbuch aus dem Programm war bis jetzt ‚Der andere Arthur‘ von Liz Moore. Der Einband ist auch sehr schön gestaltet, ich drücke ihm die Daumen, als schönstes Buch des Jahres gewählt zu werden. ‚Der andere Arthur‘ ist ein bewegender Roman, bei dem man mit den Protagonisten mitfiebert und mitfühlt.

It's the economy, stupid! – Das gilt, leider, auch für die Frage nach Krieg und Frieden. Diese Erkenntnis ist nicht neu, aber sehr lesenswert auf den neusten Stand unserer Realität gebracht von Ulrike Herrmann.

Carl Nixon ist ein sensationeller Roman gelungen über den Kampf ums Überleben, über das Ausgeliefertsein und das, was Familie ausmacht. Hellwach und hochwertig geschriebene Literatur mit einem raffiniert komponierten Plot!

Den hintergründigen Humor Karel Čapeks gepaart mit seiner hohen Sprachkunst bewundere ich schon mein ganzes Büchergilde-Leben lang. Deswegen freue ich mich sehr, den Čapek-Freunden und denen, die es noch werden wollen, sein Drama ‚W.U.R.‘ wärmstens zu empfehlen, auch wegen der großartigen Illustrationen von Janna Klävers.
Judith Hermann stellt unbequeme Fragen zu richtigen Zeit und macht daraus großartige Literatur.

1926. Henry Beston verbringt ein Jahr in seinem Häuschen auf Cape Cod. Er beschreibt die Menschen dort und vor allem die Natur. Einfach großartig!!!

Die Geschichte von Herzchen und Toxibaby ist mit Abstand eine der ungewöhnlichsten und zu Herzen gehendsten Liebesgeschichten der letzten Jahre. Herzzerreißend und zum Lachen schön.

Ein wunderschöner kurzer Roman, der einen für einen zauberhaften Nachmittag entführt. Ein Buch, was zeigt, dass Quantität nicht Qualität bedeutet!

Beth wächst im Waisenhaus auf, das einzige, das sie von ihrer Realität ablenkt ist das Schach spielen im Keller mit dem Hausmeister. Als sie adoptiert wird steigt sie schnell und stetig das Treppchen der Starschachspieler auf. Gleichzeitig gerät sie in einen Abwärtsstrudel von Sucht und Selbstzerstörung. Noch nie hab ich mir so sehr gewünscht, Schach spielen zu können! Unglaublich mitreißend ist die Geschichte rund um Beth und die Auf und Abs ihres Lebens fühlt man, als wären es die eigenen.

In diesem Roman erzählt der in Frankreich geborene Ich-Erzähler von seinen Reisen nach Ruanda, von den Freundschaften, die er dort schließt und von den Verwandten, denen er dort erstmalig begegnet. Nach und nach erfährt er die Geschichte der Familie seiner Mutter, die selber über die Vergangenheit schweigt. Es ist ein mitreißender Roman nicht nur über Krieg, Völkermord und Vertreibung sondern insbesondere auch über Freundschaften, Aussöhnung und Wege eines neuen Miteinanders.

‚Die andere Stadt‘ von Michal Ajvaz hat mich mit seiner traumartigen Atmosphäre und der Idee einer verborgenen Welt mitten in Prag total begeistert. Ein faszinierender, ungewöhnlicher Roman, bei dem man sich immer wieder fragt, was eigentlich real ist - und die wunderschöne Aufmachung der Büchergilde-Ausgabe macht das Buch zusätzlich zu einem echten Schmuckstück im Regal

‚Die Buchhandlung der Exilanten‘ von Uwe Neumahr hat mich vor allem durch den besonderen Schauplatz begeistert: die legendäre Pariser Buchhandlung „Shakespeare and Company“. Ich durfte diesen wunderschönen Ort selbst schon besuchen – und gerade deshalb war es für mich etwas ganz Besonderes, beim Lesen noch einmal dorthin zurückzukehren. Ein Buch voller Literatur, Geschichte und der ganz eigenen Magie dieses Ortes.

‚Das halbe Buch‘ ist das beste Beispiel für die große Kunst der Buchgestaltung bei der Büchergilde: ein halbes Buch mit Geschichten aus dem Iran, die nicht zu Ende erzählt werden können, in einem Buch, dessen Herstellung nicht fertiggestellt wird, dessen Herstellungsspuren für alle offen sichtbar bleiben. Genial!

In einer unverwechselbaren Sprache gibt Nora Gomringer einen Einblick in ihre Kindheit und Jugend in einer mehr als ungewöhnlichen Familie. Auf ganz berührende, oft auch humorvolle Art schildert sie die Auseinandersetzung mit der Trauer nach dem Tod ihrer Eltern. Ein sehr persönliches, bereicherndes und unbedingt lesenswertes Buch.

Ein Accessoire wie eine Brille führt dazu, dass der Protagonist dieser Geschichte mit Wucht in die diskriminierende Lebenswelt seiner jüdischen Mitmenschen katapultiert wird. Dem einzigen und großartigen Roman Arthur Millers fügt die Künstlerin Franziska Neubert mit ihren intensiven, konzentrierten Illustrationen einen ganz eigenen Resonanzraum hinzu. Mein all-time-favorite aus dem Büchergilde Programm.

Der tschechische Klassiker der Science Fiktion. Trotz eines beträchtlichen Alters von mehr als 100 Jahren hat dieses Buch nichts an seiner visionären Vorsehungskraft eingebüßt. Wunderschön komplementiert durch die Illustration von Janna Klävers ist diese Ausgabe der Büchergilde ein echtes Kleinod für Kenner und Liebhaber schöner Bücher und guter Literatur geworden.

Sylvain Tesson nimmt uns Lesende mit auf eine zweifache Reise: ins Himalaya auf der Suche nach dem Schneeleopard, und in das eigene Sein. Es geht um Stille und die Unberührtheit der Natur, um einen Sehnsucht, die in der Hektik des Alltags unserer Zeit so oft unerfüllt bleibt.

Meiner Ausgabe von ‚Das Archiv der Träume‘ von Carmen Maria Machado sieht man an, dass es eins meiner Herzensbücher ist, das mich schon viel begleitet hat. Eingepackt in einzigartiger Erzählweise schreibt Machado über die toxische Beziehung zu ihrer Exfreundin, und wie sie davon losgekommen ist.

Die Geschichte von Nelka hat mich sehr berührt. Svenja Leiber beleuchtet sensibel, poetisch und erhellend das Schicksal der Zwangsarbeiterinnen während des 2. Weltkrieges. Ein leises Buch, das lange nachwirkt.

Die ansprechende Gestaltung des Buchdeckels – innen wie außen – spricht schon für sich. Der Text ‚Dieser Drang nach Härte‘ besticht dann selbst durch die unabhängige, überaus kluge Denkweise der Autorin Eva von Redecker. Sie bringt uns ins Grübeln über den neuen Faschismus, ohne uns in Depression zu versetzen.

Dieser Roman enthält eine gute Mischung aus Selbstbetrachtung, Künstlerroman und Gesellschaftskritik. Sehr berührend aber auch ironisch.

Ein schmales, feinsinniges Buch über Verlust, Trost und eigene Wege. Mit einer jungen Protagonistin, die sich ohne Netz mitten ins Leben fallen lässt. Unkonventionell, stilvoll, lässig.

Victor Heringer erzählt die tragische Geschichte einer ersten Liebe zweier Jungen zur Zeit der Militärdiktatur der 1970er Jahre. Sehr emotional und tief berührend hat dieses Buch einen besonderen Platz in meinem Herzen.

In ‚Toxibaby‘ von Dana von Suffrin brennt Herzchen (erfolgreiche Frau) für Toxibaby (Mann, der nichts aushält). Klappt nicht und klappt – doch. Irgendwie. Meisterliche Beziehungsdarstellung.
‚Die Geschichte des Klangs‘ von Ben Shattuck ist nicht nur die verzaubernde Beziehungsgeschichte zweier junger Musiker zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten, sondern vor allem ein literarischer Glücksbringer für die Ewigkeit. Denn im Mittelpunkt steht die Liebe und nur die zählt.
Der Roman erzählt die Lebensgeschichte bzw. Mutter-Sohn Beziehung von Heinz Fritz (beruht frei auf der Geschichte des österreichischen Schauspielers Heinz Fitz). Alois Hotschnig ist es gelungen daraus einen sehr bewegenden Roman zu schreiben.
Demenz ist leider mittlerweile ein Thema, das immer mehr Familien betrifft und einhergehend auch das Thema der 24 Stunden Pflege. Pellini schafft es diese Themen mit so viel Wärme und Humor zu behandeln, dass einem Linda, Hubert, der Bademeister im Ruhestand, und die polnische Pflegekraft richtig ans Herz wachsen.