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Willkommen bei den schönen Büchern
Jasmin Schreiber behandelt in Da, wo ich dich sehen kann das Danach eines Femizids. Sensibel und eindrücklich beschreibt sie dabei die Perspektiven der Opfer – die von der ermordeten Emma, ihrer neunjährigen Tochter, ihrer Eltern und ihrer besten Freundin.
Die Handlung setzt ein halbes Jahr nach der Tat ein: Majas Leben ist nach dem Femizid an ihrer Mutter, Emma, auf den Kopf gestellt. Schuldgefühle plagen das junge Mädchen, insbesondere aufgrund der Ähnlichkeit zu ihrem Vater, dem Täter. Und auch Emmas Eltern und ihre beste Freundin fragen sich durch den gesamten Roman, was hätten sie anders machen müssen? Eine besondere Stärke des Romans – der Täter erhält keinen Raum für seine Worte.
Die eindringliche Frage der Schuld wird von Schreiber mit Nachdruck beantwortet: Niemand ist schuld an dem Mord, „[n]iemand außer dem Mann, der die Tat begeht“.
Madeleine Stieper arbeitet im Vertrieb der Büchergilde und möchte am liebsten nur Bücher lesen, in denen Frauen eine laute Stimme gegeben wird.
Kaum Fotos, kaum Interviews, praktisch keine öffentlichen Auftritte. Nach der Lektüre von Schattennummer versteht man einmal mehr, wieso: Seine Bücher sind laut, lebendig und brauchen keinen Autor.
Beim Lesen hatte ich das Gefühl, einen Film-Noir in der Hand zu halten. Moralische Wendehälse, zwielichtige Geschäfte und ein getriebener Privatdetektiv. Doch als der Schnüffler über den großen Teich muss, wird der Krimi- zum Agentenroman. Von Nazi-Bowlingclubs und Straßeninformanten in Milwaukee über eine Reise durch Europa, hin zum Drahtzieher, der als Käse-Magnat seine Schattennummern steuert. Ohne große Erklärungen erschließt sich die Handlung oft durch kleine Hinweise oder die Hintergründe der Nebenfiguren.
Das Buch ist chaotisch und gleichzeitig komplex. Unter dieser Oberfläche wuchert das Sprachspiel, für das seine Fans ihn so bewundern. Sollte dies tatsächlich der letzte Pynchon sein, dann schließt sein Werk mit einem Paukenschlag.
Pascal Wandke unterstützt als Assistent den Geschäftsführer. Er liebt Bücher, kann sich aber nicht entscheiden, ob nun eher den Inhalt oder die Gestaltung. – „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust […].“
Es ist viel reingepackt in den Roman Lázár von Nelio Biedermann: viele Emotionen, einige mystische Begebenheiten und viel Geschichte. Im Zerfall der adligen Familie und vor allem in der innerlichen Zersetzung einzelner Familienmitglieder spiegelt sich das bröckelnde Habsburgerreich wider. Manche Figuren sind selbstzerstörerisch, andere passen sich den Umständen an und machen das Beste daraus. Sie sind aber doch nicht davor geschützt, dass ihre Welt sich auflöst, dass es das Land, in das sie hineingeboren wurden, so nicht mehr gibt. Das alles ist spannend und hat mich in den Bann gezogen, manche Episoden haben mich sehr gerührt.
Bei einigen Erzählsträngen und auch einzelnen Figuren hätten ich mir gewünscht, sie wären noch etwas weiter ausgebaut. Denn man möchte mehr über diese Familie erfahren, möchte wissen, wie es weiterging. Ich hoffe sehr, dass man noch mehr von diesem Autor zu hören bekommt.
Nicole Duplois versucht, sich noch mehr Zeit fürs Lesen freizuhalten, und wirkt in der Herstellungsabteilung an verschiedenen Ecken und Enden mit.
Die Geschwister Scout und Jem verbringen ihre Zeit vor allem sorglos auf den Straßen ihrer kleinen Heimatstadt in den Südstaaten der USA der 1930er-Jahre. Doch als ihr Vater als Pflichtverteidiger den Fall des Schwarzen Tom Robinson übernimmt, der beschuldigt wird, eine weiße Frau vergewaltigt zu haben, muss Scout lernen, wie tief Vorurteile und Hass in den Köpfen der Menschen verwurzelt sind.
Wer die Nachtigall stört ist vor allem in unserem aktuellen politischen Klima eine wertvolle und sehr lohnende Lektüre, aus der sich viele Impulse für das eigene Verhalten ziehen lassen. Der Roman ist ein Appell gegen den Hass, für ein Miteinander und gegenseitiges Verständnis – und er ist ein literarisches Meisterwerk. Harper Lee ist es gelungen, die Welt eines Kindes mit all ihrer Leichtigkeit und ihren Ärgernissen zu spiegeln, aus der wir Erwachsenen aber viel lernen können.
Maria Voßhagen arbeitet bei der Büchergilde im Digitalmarketing. Sie ist besonders froh darüber, einen Grund gehabt zu haben, Wer die Nachtigall stört bereits zum zweiten Mal zu lesen.