Wo der Wind träumt: Inseln voller Wunder


James Krüss’ Kinderbuch Die Glücklichen Inseln hinter dem Winde ist eine eindringliche literarische Reise, die sich zwischen poetischer Fantasie und philosophischer Reflexion bewegt. Pünktlich zum 100. Geburtstag des Autors kehrt dieser Klassiker nun als Neuausgabe zurück.

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Die Geschichte von Die Glücklichen Inseln hinter dem Winde beginnt mit einem Zufall: Kapitän Daworin Madirankowitsch gerät mit seinem Schiff in einen Sturm und landet an einem Ort, der auf keiner Seekarte verzeichnet ist. Was folgt, ist kein gewöhnliches Abenteuer, sondern die Begegnung mit einer utopischen Welt. Auf diesen Inseln leben Menschen und Tiere in Harmonie – sie sprechen miteinander, dichten gemeinsam und begegnen sich mit Respekt und Neugier. Die Tiere sind keine Nebenfiguren, sondern eigenständige Persönlichkeiten voller Witz und Würde. Die Glücklichen Inseln sind weniger ein konkreter Ort als vielmehr ein Symbol für die Hoffnung und die tief verwurzelte menschliche Suche nach Sinn und Zugehörigkeit.

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James Krüss (1926–1997) war einer der bedeutendsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren des 20. Jahrhunderts. Sein Werk zeichnet sich durch Sprachwitz und Humanismus aus. Krüss selbst nannte sich „Geschichtenerzähler“. Erstmals wurde das beliebte Kinderbuch Die Glücklichen Inseln hinter dem Winde im Jahr 1958 veröffentlicht. Dem Autor gelingt es, mit einer bildhaften und zugleich ruhigen Sprache eine Atmosphäre zu schaffen, die die Lesenden sofort in ihren Bann zieht. Besonders bemerkenswert ist seine Meisterschaft der Form. Krüss verwebt Erzählungen mit Gedichten, Liedern und Fabeln, sodass ein vielschichtiges literarisches Geflecht entsteht. Diese spielerische Struktur sorgt für eine emotionale und gedankliche Tiefe. Die Figuren wirken dabei oft wie Träger von Ideen und Sehnsüchten, was dem Werk eine beinahe allegorische Dimension verleiht.

Dazu sang Poseidon mit 
kräftiger Stimme:
Nun singt!
Bringt
Dem Meer ein Lob,
Das uns erhält und nährt! 
Nun singt!
Bringt 
Dem Mond ein Lob,
Der niedersinkt und wiederkehrt!

Aus: Die Glücklichen Inseln hinter dem Winde

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Auch sprachlich entfaltet Die Glücklichen Inseln hinter dem Winde eine besondere Wirkung. Krüss’ Sätze sind rhythmisch, fast musikalisch. Bilder von Weite, Stille und sanfter Melancholie prägen die Atmosphäre, während gleichzeitig eine leise Kritik an der modernen Welt mitschwingt – an ihrer Hast, ihrer Oberflächlichkeit und ihrer Entfremdung. Hinter dem spielerischen Ton verbergen sich Themen, die uns alle angehen, ob im Jahr 1958 oder heute: das Verhältnis zwischen Mensch und Tier und die Frage, wie wir die Welt wieder mit frischen Augen sehen können.

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Auch im Jahr seines 100. Geburtstags offenbart sich die ganze Strahlkraft von James Krüss. Die Glücklichen Inseln hinter dem Winde ist ein zeitloses Werk, das weit über die Grenzen eines klassischen Kinderbuchs hinausreicht. Es ist ein bleibendes literarisches Plädoyer für Fantasie, Mitgefühl und jene geistige Freiheit, die Krüss zeitlebens kultivierte, und ein Vermächtnis, das nichts an Aktualität eingebüßt hat. Am Ende bleibt das Gefühl, dass ein Stück dieses fernen Glücks in uns weiterlebt – leise, aber beständig.

 

Stephanie Krawehl hatte in ihrer Buchhandlung Lesesaal immer einen James Krüss in der Kinderbuchabteilung.


Der Autor

James Krüss (1926–1997) ist auf Helgoland geboren und aufgewachsen. Er gilt als großer Geschichtenerzähler und Reimkünstler. Seine Kinder- und Jugendbücher sind weltbekannt. Mit seinem ersten Erzählband Leuchtturm auf den Hummerklippen stand er auf der Auswahlliste des Deutschen Jugendbuchpreises.


Die Illustratorin

Florence Dailleux ist in Paris in einem Haus voller Bücher und Comics aufgewachsen. Nach einem Anglistikstudium und ein paar Umwegen über Schottland, Chile, Mexiko und Deutschland lebt sie heute mit ihrer Familie in Luzern. Sie ist seit 2008 freiberufliche Illustratorin und hat circa 20 Bilderbücher illustriert und über 80 Organisationen weltweit visuell begleitet. Ihr erstes eigenes Buchprojekt Voll Dada ist 2026 im Kunstanstifter Verlag erschienen.


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